Freiwillige Feuerwehr München
Abteilung Großhadern

Retten einer verunfallten Person aus einen Abwassersammelkanal

Zusammen mit Mitarbeitern der Münchner Stadtentwässerung fand eine Rettungsübung statt.

Eine Woche vor der Rettungsübung wurde durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit der Stadtentwässerung der theoretische Unterricht zu dieser doch sehr speziellen Übung erläutert. Dabei lernten wir interessante Fakten über das Abwassersystem der Landeshauptstadt München kennen. Zum Beispiel umfasst das Kanalnetz ca. 2400 km. In Großteilen der Stadt ist eine sog. Mischwasserkanalisation vorhanden, d.h. die Abwässer der Haushalte und des Gewerbes und das Regenwasser fließen gemeinsam in Richtung der Klärwerke im Münchner Norden. Die Sammelleitungen, an denen die einzelnen Hausanschlüsse anschließen, sind oft als Eiprofile ausgebildet. Eiprofile sind eiförmige Rohre. Der Querschnitt ähnelt einem Ei, wobei sich das schmälere Ende unten befindet. Ab einer Höhe von ca. 1 Meter gelten diese Kanäle als begehbar. Viele Kanäle sind schon Jahrzehnte alt und oft sanierungsbedürftig.

Angenommenes Einsatzszenerio war nun, dass zwei Kanalmitarbeiter bei eben diesen notwendigen Sanierungsarbeiten, aufgrund einer erhöhten Kohlenstoffdioxidkonzentrat und dem damit verbundenen Sauerstoffmangel in dem Kanal ohnmächtig wurden. Die mitgeführten Gaswarngeräte der beiden Arbeiter schlugen Alarm. Der oben am Einstiegschacht positionierte Sicherungsposten alarmierte daraufhin die Feuerwehr.

Nach wenigen Minuten trafen wir am „Unfallort“, dem Abwasserkanal in der Heiglhofstraße ein. Als Fahrzeuge waren das erstausrückende Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF; Funkrufname Florian Großhadern 49.1) und das Mehrzweckfahrzeug (MZF, Funkrufname Florian Großhadern 11.1) am Übungsort.

 

Nachfolgend ein paar Arbeitsaufgaben, die die Kameraden und Kameradinnen leisteten.

Drei Kameraden rüsteten sich mit Atemschutzgeräten aus und stiegen in den Abwasserkanal hinab. Ein vierter Kamerad übernahm die Sicherung und Überwachung an dem Einstiegschacht. Der Maschinist führte die Atemschutzüberwachung. Der Rest der Mannschaft sicherte die Einsatzstelle ab und unterstützte die Kameraden beim Ausrüsten.

Nachdem die Kanalmitarbeiter von den hinabgestiegenen Kameraden gefunden waren, wurden sie zum Einstiegschacht gebracht. Dort wurden sie über die, bei der Münchner Stadtentwässerung am Einstieg immer bereitgestellten Winde, nach oben gezogen.

Innerhalb weniger Minuten waren die Kanalmitarbeiter aus dem engen, ca. 1 Meter hohen Kanal gerettet und wurden dem Rettungsdienst übergeben. Die Übung war nun erfolgreich beendet.

Den Mitarbeitern der Münchner Stadtentwässerung gilt unser besonderer Dank, da ohne sie eine so realistische und interessante Übung nicht möglich gewesen wäre.

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