Freiwillige Feuerwehr München
Abteilung Großhadern

Definition:

Als lebensrettende Sofortmaßnahmen bzw. Erste Hilfe bezeichnet man Maßnahmen, die von JEDEM Laien durchgeführt werden können, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Verdeutlicht wird das am besten durch die so genannte „Rettungskette“. Bei allen Gliedern der Rettungskette geht der EIGENSCHUTZ jedes Ersthelfers und auch des angeforderten Fachpersonals vor!!!

1. Absichern/Eigenschutz:

  • Absichern einer Unfallstelle

  • Retten aus dem Gefahrenbereich

  • Betreuung von Erkrankten/Verletzen und Betroffenen

  • Erkennen von lebensgefährlichen Erkrankungen (z.B. Bewusstlosigkeit) und Verletzungen (z.B. stark blutende Wunden)

2. Absetzen des Notrufs:

Feuerwehr/Rettungsdienst: 112

  • Wo ist der Einsatzort (Straße, Hausnummer, Stockwerk etc.)

  • Was ist passiert?

  • Wie viele Personen sind erkrankt/verletzt?

  • Welche Art von Erkrankung/Verletzung

  • Warten auf Rückfragen!!!!!

3. Weitere Erste Hilfe:

  • Stabile Seitenlage bei bewusstlosen Personen mit regelmäßiger Atmung und Kreislauf

  • Wiederbelebung von Personen mit Herz- oder Kreislaufstillstand

  • Blutstillung bei stark blutenden Wunden durch Anlegen eines Druckverbandes, wenn möglich Abdrücken des betroffenen Blutgefäßes und hochhalten des Körperteils (Arm, Bein)

Durch schnelles und korrektes Handeln eines Ersthelfers können bei Unfällen, Erkrankungen und Vergiftungen schwere Schäden oder spätere Komplikationen verhindert werden.

Daher ist es wichtig Verfahren, wie zum Beispiel Erkennen von Notfallsituationen, schnelle Rettung aus dem Gefahrenbereich unter Anwendung von Rettungsgriffen, Überprüfung von Vitalpatametern (Atmung etc.), stabile Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Anlegen eines Druckverbandes und vieles mehr immer wieder in Kursen wie „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ und „Erste Hilfe“ zu wiederholen und üben.

4. Rettungsdienst:

Der Rettungsdienst garantiert eine lückenlose Versorgung eines Notfallpatienten bis zur Aufnahme in ein nächstgelegenes, geeignetes Krankenhaus.

5. Krankenhaus:

Bereits während der Rettungsdienst auf der Anfahrt in die Zielklinik ist, erhält diese wichtige Informationen über den Notfallpatienten.

Rechtliche Grundlagen:

  • Unterlassene Hilfeleistung § 323c StGB

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

 

  • Rechtfertigender Notstand § 34 StGB

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.